Der aktive Sub hat eine eigene Endstufe und braucht keinerlei Leistung des "normalen", vorhandenen Verstärkers, der passive Sub ist ein Gehäuse mit Lautsprecher, welcher aber elektrisch vom vorhandenen Verstärker gefüttert werden muss.
Zum Abstrahlen tiefer Töne muss ein entsprechender Lautsprecher in ein Gehäuse eingebaut werden, Freibetrieben würden sich die Schallanteile von Vorder- und Rückseite des Lautsprechers gegenseitig aufheben: akustischer Kurzschluss. Ist der Lautsprecher im Gehäuse, steigt durch die zusätzliche
"Federkraft" der eingeschlossenen Luft die Resonanzfrequenz des Gesamtsystems (auch bei Bassreflex-Boxen ist dieser Effekt - wenn auch schwächer - vorhanden).
Der Schalldruck eines solchen Systems fällt unterhalb der Resonanz-Frequenz rapide ab, somit ist unterhalb dieser Frequenz kaum noch Schall vorhanden. (Das ist auch der Grund, warum ein ansteigender Sinuston bei Wummer-Woofern zuerst kaum hörbar ist, dann auf einmal richtig laut wird und dröhnt).
Wenn der Sub passiv ist, kann man dem nachlassenden Schalldruck (unterhalb der Resonanz-Frequenz) nicht wirksam entgegen treten, wie auch? Der externe Verstärker "weiß" ja nichts vom Sub, seiner Resonanz-Frequenz und den Problemen im Tieftonbereich. Man müsste mit Filtern aus Spulen und
Kondensatoren arbeiten, die (weil ja passiv) aber nichts anheben oder verstärken können, sondern nur Ströme *vermindern* können. Damit fällt dann der Wirkungsgrad in den Keller, weil im oberen Frequenzbereich die teure elektrische Leistung des Verstärkers nur durch Widerstände verbraten
wird und nur im unteren Bereich der Verstärker sein Potential ausschöpfen kann. Zudem müsste man ein Riesen-Gehäuse verbauen, damit die Resonanzfrequenz relativ tief liegt.
Solche Filterbauteile (sofern von halbwegs guter Qualität) sind dann preislich kaum noch unter einer "richtigen" Endstufe. Wenn man diese entsprechend auf den Betrieb an einem Sub spezialisiert, also aktive Filter, aktive Weichen und einen im unteren Bereich leistungsfähigen Verstärker einsetzt,
dann kann man den Problemen schon ganz anders begegnen.
Mit entsprechender spiegelbildlicher Leistungsanhebung bekommt man einen kräftigen Schalldruck auch unterhalb der Resonanz-Frequenz. Das ist auch der Grund, dass aktive Subs bei gleicher oder gar höherer Bassfähigkeit oft noch kleiner als Passiv-Subs sind. Dies bedeutet, dass die eingebaute Regelung
die Charakteristik des Gehäuses/Chassis kennt und genau "weiß", an welcher Stelle ein Loch oder ein Peak im Frequenzbereich liegen. Hier kann dann ganz gezielt entgegen gewirkt werden, indem Leistung hinzugegeben oder weggenommen wird. So erreicht man einen recht linearen Frequenzgang. Dies ist bei
einem passiven System nicht oder nur mit einen Aufwand möglich, der preislich weit oberhalb eines aktiven Systems anzusiedeln ist, somit also sinnlos.
Wer sich einen Passiv-Sub kauft, achtet aufs Geld. Dieser Käufer hat dann im Regelfall auch eine billige Endstufe und ist somit doppelt gestraft, der Sub frisst Leistung ohne Ende, die dann für die Satelliten-Boxen fehlt und bringt doch nur schlechte Ergebnisse. Falls der Sub wenig Leistung frisst,
dann dröhnt er stark.
Fazit: Passiv-Subs sind billig, aber es ist mit vernünftigem Aufwand nicht möglich, einen halbwegs linearen Frequenzgang zu erreichen. Daher: Finger weg! |