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[2] Laserdisc und Video-CD

[2.5] CAV und CLV

Eine Disc wird von innen nach außen gelesen. Die Strecke, die bei einer Umdrehung der Disc zurückgelegt wird ist innen kürzer als außen, weil bei größerem Radius auch der Umfang steigt. Da für die Bild/Toninformationen eine gleichbleibende Lesegeschwindigkeit ausreicht, kann die Umdrehungsgeschwindigkeit einer Disc reduziert werden, wenn in den äußeren Regionen der Scheibe gelesen wird. Audio CDs haben eine Lesegeschwindigkeit von 1,25 Meter pro Sekunde. Das ergibt am Innenrand 500 Umdrehungen je Minute und am Außenrand 200 Umdrehungen je Minute. Laserdiscs werden mit einer Geschwindigkeit von 11 Metern je Sekunde gelesen, was zu 1800 Umdrehungen pro Minute innen und 600 Umdrehung außen führt. Aus diesem Grunde hat ein Laserdiscplayer auch nicht unerhebliche Laufgeräusche. Dieses Verfahren mit den variablen Umdrehungszahlen aber gleichbleibender Lesegeschwindigkeit hat den Namen "Constant Linear Velocity" oder kurz CLV.
Ein anderer Name für CLV ist "Extended Play".

Die andere Möglichkeit die Informationen auf eine Laserdisc zu speichern ist das "Constant Angular Velocity" Verfahren, kurz CAV. Bei dieser Methode ist die Umdrehungsgeschwindigkeit konstant. Auf den inneren Spuren sind die Informationen enger gespeichert, auf den äußeren weiter auseinander. Dieses Verfahren ist z.B. auch bei Schallplatten in Verwendung. Die Umdrehungsgeschwindigkeit liegt bei CAV Laserdiscs konstant bei 1800 Umdrehungen je Minute.
Ein anderer Name für CAV ist "Standard Play".

Wo sind die Unterschiede?

Spieldauer:
Auf eine CLV-Disc passen je Seite 60 min Film, auf eine CAV-Disc nur 30 min. Das ergibt für einen 2 Stunden Film eine doppelseitige CLV Disc, aber zwei doppelseitige CAV Discs. Man muss bei CAV also doppelt so oft die Disc wechseln oder Umdrehen. Modernere Player können die Rückseite der Laserdisc ohne manuelles Drehen der Platte lesen. Die Umschaltung dauert jedoch recht lange, weil dazu der Lesekopf auf die andere Seite der Disc bewegt wird und die Drehrichtung der Disc geändert werden muss. Bei den hohen Drehzahlen und dem hohen Gewicht der Platte ist die Zeit nachvollziehbar. Bei günstigen Playern muss man die Laserdisc von Hand umdrehen.

Technische Möglichkeiten:
Bei CAV-Discs ist Standbild, störungsfreie Zeitlupe und störungsfreier schneller Suchlauf möglich. Bei CLV Discs geht das nur (mit Abstichen) bei neueren Playermodellen mit digitalem Bildspeicher. Der schnelle Suchlauf bei CLV-Discs hat ein Stottern, das mit dem Stottern beim Suchlauf einer Audio-CD vregleichbar ist. Bei einigen Sammlerausgaben von Filmen sind sogenannte "Still Frames" im Zusatzmaterial enthalten. Das sind Einzelbilder (Fotos) die Bild für Bild durchgeblättert werden können. Dieses ist auch nur im CAV Format möglich. Der Player schaltet bei Still Frames automatisch in den Einzelbildmodus um.

Bildqualität:
Theoretisch ist die Bildqualität bei CAV besser, in der Praxis kann man aber im Normalfall keinen Unterschied erkennen. Einen kleinen Vorteil hat CAV dennoch. Falls die Disc mal durch einen Kratzer beschädigt ist, so sieht man einen feinen weißen Strich im Bild. Im CLV Format wandert dieser Strich durch das Bild, im CAV Format steht er still.


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