Eine Disc wird von innen nach außen gelesen. Die Strecke, die bei einer Umdrehung der
Disc zurückgelegt wird ist innen kürzer als außen, weil bei größerem Radius auch der
Umfang steigt. Da für die Bild/Toninformationen eine gleichbleibende Lesegeschwindigkeit
ausreicht, kann die Umdrehungsgeschwindigkeit einer Disc reduziert werden, wenn in den
äußeren Regionen der Scheibe gelesen wird. Audio CDs haben eine Lesegeschwindigkeit
von 1,25 Meter pro Sekunde. Das ergibt am Innenrand 500 Umdrehungen je Minute und am
Außenrand 200 Umdrehungen je Minute. Laserdiscs werden mit einer Geschwindigkeit von
11 Metern je Sekunde gelesen, was zu 1800 Umdrehungen pro Minute innen und 600
Umdrehung außen führt. Aus diesem Grunde hat ein Laserdiscplayer auch nicht unerhebliche
Laufgeräusche. Dieses Verfahren mit den variablen Umdrehungszahlen aber
gleichbleibender Lesegeschwindigkeit hat den Namen "Constant Linear Velocity" oder kurz
CLV.
Ein anderer Name für CLV ist "Extended Play".
Die andere Möglichkeit die Informationen auf eine Laserdisc zu speichern ist das "Constant
Angular Velocity" Verfahren, kurz CAV. Bei dieser Methode ist die
Umdrehungsgeschwindigkeit konstant. Auf den inneren Spuren sind die Informationen enger
gespeichert, auf den äußeren weiter auseinander. Dieses Verfahren ist z.B. auch bei
Schallplatten in Verwendung. Die Umdrehungsgeschwindigkeit liegt bei CAV Laserdiscs
konstant bei 1800 Umdrehungen je Minute.
Ein anderer Name für CAV ist "Standard Play".
Wo sind die Unterschiede?
Spieldauer:
Auf eine CLV-Disc passen je Seite 60 min Film, auf eine CAV-Disc nur 30 min. Das ergibt
für einen 2 Stunden Film eine doppelseitige CLV Disc, aber zwei doppelseitige CAV Discs.
Man muss bei CAV also doppelt so oft die Disc wechseln oder Umdrehen. Modernere
Player können die Rückseite der Laserdisc ohne manuelles Drehen der Platte lesen. Die
Umschaltung dauert jedoch recht lange, weil dazu der Lesekopf auf die andere Seite der
Disc bewegt wird und die Drehrichtung der Disc geändert werden muss. Bei den hohen
Drehzahlen und dem hohen Gewicht der Platte ist die Zeit nachvollziehbar. Bei günstigen
Playern muss man die Laserdisc von Hand umdrehen.
Technische Möglichkeiten:
Bei CAV-Discs ist Standbild, störungsfreie Zeitlupe und störungsfreier schneller Suchlauf
möglich. Bei CLV Discs geht das nur (mit Abstichen) bei neueren Playermodellen mit
digitalem Bildspeicher. Der schnelle Suchlauf bei CLV-Discs hat ein Stottern, das mit dem
Stottern beim Suchlauf einer Audio-CD vregleichbar ist. Bei einigen Sammlerausgaben von
Filmen sind sogenannte "Still Frames" im Zusatzmaterial enthalten. Das sind Einzelbilder
(Fotos) die Bild für Bild durchgeblättert werden können. Dieses ist auch nur im CAV Format
möglich. Der Player schaltet bei Still Frames automatisch in den Einzelbildmodus um.
Bildqualität:
Theoretisch ist die Bildqualität bei CAV besser, in der Praxis kann man aber im Normalfall
keinen Unterschied erkennen. Einen kleinen Vorteil hat CAV dennoch. Falls die Disc mal
durch einen Kratzer beschädigt ist, so sieht man einen feinen weißen Strich im Bild. Im
CLV Format wandert dieser Strich durch das Bild, im CAV Format steht er still. |